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Die Hänseler

 »Hänseler, Du Lumpehund, usser mit Dir, wenn d’Fasnet kunnt«

Der Hänseler ist die Traditionsfigur der Markdorfer Fasnacht und wird nur von Männern getragen. Sein Blätzlehäs ist typisch für die Fasnachtslandschaft Bodensee-Linzgau-Schweiz und in vielen Städten wie Konstanz, Meersburg, Pfullendorf und Überlingen anzutreffen.

 

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Die Historie

Die Geburtsstunde des Hänseler liegt im Dunkel der Geschichte, doch bereits 1786 wird vom Karbatschenschnellen der Hänseler berichtet.

Der Name Hänseler kommt übrigens nicht, wie vielleicht angenommen von Hahn (auch wenn eine gewisse Ähnlichkeit mit diesem Tier nicht abzustreiten ist), sondern von dem Allerweltsnamen "Hans", der in der Fasnacht als Hansel, Hänsel oder Hänsele in vielen Orten gebräuchlich ist.

 

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Der Vorstand der Hänseler in Markdorf

 

 

Das Häs

Das Narrenkleid des Hänseler besteht aus einem Einteiler auf den Filzblätzle in Dachziegelform aufgenäht werden. Die Farbpalette der Blätzle ist auf 11 Farben festgelegt, die Reihenfolge enscheidet aber die Näherin "aus dem Handgelenk". An einem Hänseler befinden sich insgesamt ca. 2.500 bis 3.000 Blätzle (abhängig von der Größe des Trägers), davon nur allein ca. 600 Stück am "Kopf", so bezeichnet der Hänseler seine Maske mit Maskentuch.

 

Die Maske ist aus schwarzem Filzstoff, der mit bunten Filzfleckchen - Wangen, Augenbrauen, Falten, Kinn - beklebt ist. Die spitze Nase des Hänseler ist aus Leder. Entworfen wurde diese Maske in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts vom Maler und Künstler Erwin Krumm. Davor machte sich der Hänseler durch eine mit einem Gesicht bemalte Drahtgaze-Maske unkenntlich.

 

Damit der Hänseler nicht ganz geräuschlos durch die Fasnet juckt sind am "Kopf" fünf unterschiedlich große silbrige Schlittenrollen (Kopfschmuck von Schlitten-Pferden) befestigt, die bei der leichtesten Bewegung einen hellen, feinen Klang erzeugen.

Nur wer schnellen kann wird Hänseler

Der Hänseler verschafft sich in der Fasnacht mit seiner laut knallenden Karbatsche Platz und Aufmerksamkeit. Das richtige Schlagen, das Schnellen, der Goisel braucht viel Übung, Kraft und Können. Die Markdorfer Kinder lernen das Karbatschen schon von klein auf. Wer es am besten kann wird jedes Jahr beim Preisschnellen festgestellt.

 

 

Die Karbatsche

Schnelle' und Karbatsche' - dazu brauchts die Goisel

Vermutlich wurde die, der Größe des Schnellers entsprechende, bis zu ca. 4,50 m lange Goisel während der Türkenkriege von Soldaten aus dem Balkan mit nach Hause an den Bodensee gebracht. Im Süddeutschen- und Alpenraum, bis nach Südtirol ist die Goisel in verschiedenen Abwandlungen heute weit verbeitet. Bei uns gelangte sie vermutlich in die Fasnacht, weil dem Narr gefällt was Krach macht und lärmt.

Eine Karbatsche ist reine Handarbeit und in Markdorfs Mauern wohnt und arbeitet Hubert Guffart, einer der letzten Karbatschenmacher. Der Hanf wird konisch (dies können Maschinen nicht) zu sogenannten Litzen gesponnen. Je drei Litzen werden zu einem Seil gedreht und 12 Seile werden in einer speziellen Technik miteinander verknüpft. Sie ergeben die ebenfalls konisch verlaufende Fasnetsgoisel. Ganz am Ende wird der dünne Untersatz aus Hanf angeknüpft, an dem wiederum ein ca. 20 cm langer Stoff-Bändel befestigt wird.

Gehalten wird die Karbatsche an einem kurzen Holzstiel, der in einer liegenden Acht über dem Kopf gedreht wird. Und wie kommt es zum Knall? Der Bändel am Ende der Goisel erreicht Überschallgeschwindigkeit und knallt beim Richtungswechsel.


 

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  • Das Schnellen mit der Karpatsche
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