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Der Fasnachtsdienstag

d' Umzug aus d' Stadt - 's Dreckkiblg'schwätz - 's Fasnetverbrenne

d' Umzug aus d' Stadt - Der Anfang vom Ende

Am Nachmittag des Fasnetdienschdag wird der Narrenbaum gefällt und sein Dolden anschließend mit einem kleinen Umzug wieder auf dem Weg, auf dem er als prächtiger Narrenbaum ins Städtle kam, ins "Dorf" hinaus gezogen.

Allerdings lassen sich die Narren vom nahenden Fasnachtsende um 24 Uhr nicht abschrecken. Sie ziehen nochmals fröhlich durch 's Städtle und vor allem die Hänseler hört man beim sogenannten "Hänselertreiben" noch mal kräftig mit der Karbatsche schnellen.

 

's Dreckkiblg'schwätz  - 's schwätzt wer schwätze mag''

Ein "Dreckkibl" - was ist das?

Spricht der Alemanne von "Schmutz", so sagt er "Dreck". Schuhe sind dreckig, Kleider nach längerem Tragen auch, die Straße ist dreckig, Geld ist dreckig, Hände bevor sie gewaschen werden... Weil der Alemanne ein sehr ordentlicher und reinlicher Mensch ist - Stichwort "Kehrwoche" - kommt Dreck aller Arten vor der endgültigen Beseitigung durch die Abfallentsorgungsunternehmen - der Alemanne sagt hochdeutsch "Müllabfuhr" dazu - in einen Eimer, den "Kibl". Also ist ein Dreckkibel ein Eimer für den Schmutz.

Der Markdorfer Dreckkibel vom Dreckkibelg'schwätz hat Ähnlichkeit mit einem sehr großen Eimer, ist aber tatsächlich ein Rednerpult mit Brüstung, welches im rheinischen Karneval als "Bütt" bezeichnet werden würde.


Und "G'schwätz" - was ist das?

Der gebürtige Süddeutsche "spricht" Hochdeutsch und "schwätzt" Dialekt. Aber im Dreckkibel darf natürlich auch "gesprochen" werden!

 

's Dreckkiblg'schwätz - Mit Spannung erwartet

Kurz nach 18 Uhr am Fasnachtsdienstag ist die Stadthalle bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Dreckkibelg'schwätz verpasst nur wer gar nicht anders kann. Pünktlich um 19 Uhr jucken die Hästräger ein letztes Mal für diese Fasnacht zum Narrenmarsch in den Saal und nach dem der Schunkelwalzer verklungen ist warten alle gespannt auf den ersten Redner.

Wer dies ist und was er zu berichten weiss ist nicht bekannt, einer der vielen die eine Rede vorbereitet haben wird schon den Anfang machen. Die möglichen Themen im Dreckkibel sind so vielseitig wie das Leben selbst.

Der eine lässt das Stadtgeschehen des vergangenen Jahres von lustigen Pointen gespickt Revue passieren. Eine andere berichtet lachmuskelstrapazierend von Erlebtem und wieder ein anderer macht sich über die "Große" Politik lustig.

 


Erlaubt ist was dem Publikum gefällt und dabei kann ruhig das eine oder andere gut gesprochene kritische Wort an die Adresse der "Großen Köpfe " dieser Welt dabei sein. Das Publikum schätzt es, wenn ein Redner sich erlaubt spitzzüngig auf den einen oder anderen Missstand in Stadt oder Staat zur Sprache zu kommen, und damit dem Volk aus der Seele zu sprechen.

Markdorf hat eine ganze Schar erfahrener und redegewandter "Alter Hasen" und so ist es kein Wunder, dass das Dreckkibelg'schwätz oft bis fast Mitternacht dauert und die Zunftkapelle gar nicht lange Gelegenheit hat zum Tanz aufzuspielen.

 

's Fasnetverbrenne - Die Fasnacht ist zu Ende

Narren und Dreckkibelbesucher treffen sich kurz vor 24 Uhr am Latscheplatz um die Fasnacht - eine närrisch verkleidete Strohpuppe - zu verbrennen.

Die Zunftkapelle spielt den Narrenmarsch in Moll, die Hänseler schnellen ein letztes Mal und alle jammern und heulen herzzerreißend. Man trauert um die Fasnacht, doch es wären keine Narren wenn man nicht sofort einen Trost zur Hand hätte: " 'S goht degege", was soviel heißt wie "Ab jetzt geht es der nächsten Fasnacht entgegen".

Das lässt hoffen, und zur Aufmunterung wird der Narrenmarsch noch einmal so fröhlich angestimmt als wäre schon wieder Fasnacht.
 
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