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Der Schmotzige Dunschdig
d' Schülerbefeiung - d' Hemedglonker

d' Schmotzige Dunschdig - "Schmotzig" meint fettig

Der "Schmotzige" ist der Dritte und somit letzte der drei Donnerstage vor Fasnacht, und in Markdorf fast ein Feiertag.

An diesem Donnerstag vor Fasnacht wurden früher häufig in Fett gebackene süsse Teigwaren hergestellt. Heute noch sehr beliebt sind "Fasnetskiechle" oder ihre mit Marmelade gefüllten Verwandten, die "Berliner". So kam dieser Donnerstag, an dem mit viel Fett hantiert wurde zu seinem Namen.

 


d' Schülerbefeiung

Am frühen Vormittag treffen sich Hästräger und Musikanten um durch die Schulen und Kindergärten zu ziehen, wo geplagte Schüler und strahlende Kindergartenkinder schon ungeduldig auf die Narren warten.

Die "Großen" werden vom "Joch" des Schulalltags befreit und die "Kleinen" werden besucht um sie nochmals daran zu erinnern, dass am Nachmittag in der Stadthalle der Kinderball statt findet, zum dem alle recht herzlich eingeladen sind.

Oft haben die Kinder für die Narren eine Darbietung einstudiert und diese wird dann mit der einzig wahren Währung, nämlich "Süssigkeiten" entlohnt.


d' Hemedglonker

Der Hemdglonkerumzug, 's Hemedglonkere findet am Schmotzige Dunschdig nach Einbruch der Dunkelheit statt. Ganz Markdorf ist im Nachthemd auf den Beinen und jeder kann mitmachen, wenn der weiße Lindwurm mit fröhlicher Fasnetsmusik durch Markdorfs Straßen zieht.

 

Später sind die Narren im ganzen Städtle unterwegs und ziehen mit munterem Narrentreiben durch die Wirtschaften. Und nicht selten hat man schon am Freitag Nachmittag den einen oder andern "verspätet" im Hemd nach Hause glonkern sehen.

 

Noch kurz erklärt

Glonkern, dass heißt gemütlich umherziehen. Spricht man im alemannischen Dialekt aber von einem "Glonke", dann ist das nicht sehr freundlich gemeint. Man bezeichnet damit eine Person, die nichts erledigt bekommt, lahm, langsam und vielleicht auch ein bisschen faul und unzuverlässig ist.

Das Hemdglonkern findet am Schmotzigen Dunschdig oder in den Tagen bis Fasnachtsdienstag in sehr vielen Orten am Bodensee statt. Aber auch im gesamten Gebiet der schwäbisch-alemannischen Fasnet ist das Glonkern in der großelterlichen Nachtwäsche bekannt.

Mancherort findet der Umzug am frühen Morgen statt, oder so wie in Markdorf am Abend. Eines ist's aber immer: dunkel. Beim Hemdglonker kann jeder mit machen, der einen Schlafanzug daheim hat.

Mit "Hemd" - dem Nachthemd - meint man aber eigentlich Nachtwäsche wie zu Großelterns Zeiten: Weißes Leinenhemd, knielange Leinenpumpunterhosen, eine Nachthaube oder Zipfelmütze und das Ganze natürlich reichlich mit Spitzen verziert.

In diesem Häs sind auch die meisten Hemdglonker unterwegs, die dieses nicht selten tatsächlich von den Groß- oder Urgroßeltern geerbt haben. Und weil man es in der Fasnacht mag, wenn's kracht und lärmt hat ein Hemdglonker meist eine Hupe, Rätsche, Kochtopfdeckel oder andere "Musikinstrumente" dabei.

 
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